Ein Schiff ist im Zentrum Kirchweyhes dauerhaft „vor Anker“ gegangen – und alle, wirklich alle sollen dort an Bord gehen können: Am Marktplatz entsteht derzeit der erste Inklusionsspielplatz im Weyher Gemeindegebiet. Das Herzstück: Ein gut 20 Meter langes, fast 15 Meter breites und mehr als acht Meter hohes Spielschiff, das kleine Matrosinnen und Matrosen – ob mit oder ohne Behinderung – bald vollkommen barrierefrei entern sollen.
Der inklusive Dreimaster stammt von der Proludic GmbH aus Gingen/Baden-Württemberg. Ziel des Unternehmens ist es, Spielgeräte zu schaffen, die auf die Nutzung von Kindern mit Einschränkungen ausgerichtet ist, an denen alle zusammen spielen können und niemand ausgeschlossen wird. Zu diesem Zweck wird auf breite Öffnungen und Aktivitäten gesetzt, die Motorik, Geschicklichkeit und Fantasie fördern. Kinder mit eingeschränkter Mobilität zum Beispiel erhalten leicht über den „Steg“, eine stufenlose Rampe, Zugang zum Spielschiff.
Der Großteil der Oberflächen besteht zudem aus rutschfesten Harzkompositplatten. Die Klettergriffe wiederum sind aus umweltfreundlichem Polypropylen, die Masten aus Stahl. Die mit unterschiedlichen Spielebords versehenen Brüstungen und weitere Teile der sieben einzelnen Turmelemente sind in Holzoptik gehalten. Dekorative Anker- und Bullaugenelemente tragen überdies zum maritimen Look bei. Auch ein integriertes Fernglas darf dabei natürlich nicht fehlen, ebenso wenig Rutschen – eine offen, eine als Röhre – und Kletternetz für das „Deck-Feeling“.
Doch mit dem inzwischen fast abgeschlossenen Aufbau des Spielschiffes sind die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Denn anschließend wird der Rest der Anlage umgestaltet. So sind noch Federtiere geplant – passend zum Thema sind es Wippen in Delfinform. Und dem Fallschutz ist auch noch besonders Rechnung zu tragen. Material der Wahl ist hier Öcocolor als naturbelassener Belag. Es handelt sich dabei um lose geschüttete Holzschnitzel aus unbehandelten, geschredderten Resthölzern mit ökologischer Farbe – in diesem Fall selbstverständlich Meeresblau.
Bis das alles fertig ist, wird es aber noch dauern. Vor November dieses Jahres wird der Spielplatz daher voraussichtlich nicht zur Verfügung stehen. Dafür wird an dieser Stelle etwas Einzigartiges entstehen, wie Stadtplaner Christian Silberhorn noch einmal unterstreicht: „Unser Inklusionsspielplatz wird einmalig im ganzen Landkreis sein.“
Doch wie soll das Spielschiff später einmal getauft werden? Vorschläge gern per E-Mail an:
Einschließlich Rückbau der alten Geräte kostet der neue Inklusionsspielplatz rund 290.000 Euro. Der Förderanteil über das „Sofortprogramm Perspektive Innenstadt“ (mehr Informationen über den unten stehenden Link), aufgelegt vom Land Niedersachsen zur Attraktivitätssteigerung von Ortskernen als Folge der Coronavirus-Pandemie, beträgt 90 Prozent.

