Bis zum Jahr 2035 soll die Gemeinde Weyhe klimaneutral sein. Ein Baustein beim Erreichen dieses Ziels ist die Nutzung der Dächer gemeindlicher Gebäude zur Gewinnung von Solarenergie. Und erst kürzlich ist die Weyher Photovoltaik-Offensive wieder ein großes Stück vorangekommen.
So wurden die Sommerferien genutzt, um mit gleich drei neuen kommunalen PV-Anlagen künftig die Sonne für die Stromerzeugung arbeiten zu lassen. Angenommen wird, dass ca. 40 Prozent des erzeugten Stroms selbst verbraucht werden können, der Rest wird ins Netz eingespeist.
Eine Leistung von nicht weniger als 250 Kilowatt-Peak (kWp) wird auf Dachflächen der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Kirchweyhe erreicht. Rund 340.000 Euro hat die gerade erst installierte Anlage gekostet. Bei etwa 37.000 Euro jährlich soll die Ersparnis liegen – die Einspeisung des nicht verbrauchten Stroms mit eingerechnet. Und die Vermeidung an CO2-Austoß dürfte immerhin 93 Tonnen betragen.
Jeweils 29 kWp werden bei der Kita Am Neddernfeld und der Kita Südlich Reinsweg erzielt. Beide Investitionen schlagen mit 38.500 Euro zu Buche. 4600 Euro werden pro Anlage monetär eingespart – und zudem etwa 11,5 Tonnen CO2.
Im Herbst soll sogar noch eine vierte PV-Anlage in diesem Jahr hinzukommen. Auf dem Dach der Alten Wache in Leeste, Kostenpunkt 16.500 Euro, werden dann weitete 11,0 kWp an Leistung generiert. 1650 Euro werden insgesamt gespart, geschätzte 4,0 Tonnen CO2 weniger als bisher werden in die Atmosphäre abgegeben. Partnerunternehmen der Gemeinde bei der Umsetzung ist bei allen diesen Maßnahmen die Firma Buschmann Energietechnik aus Twistringen.
Das mehrjährige Programm zur Installation von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern geht zurück auf eine Potenzialanalyse, die im September 2020 im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt vorgestellt wurde. 33 öffentliche Gebäude wurden untersucht und letztlich fast 46.000 Quadratmeter ausgemacht, die für Photovoltaik infrage kommen. Die politische Vorgabe lautete daraufhin, in jeden Haushaltsentwurf zwei zusätzliche PV-Anlagen aufzunehmen.
In den Haushaltsberatungen Anfang 2023 wurde diese Vorgabe erneuert und lautete daraufhin, bis 2026 alle ermittelten kommunalen Gebäude mit Photovoltaik-Modulen auszustatten. Auf den Dachflächen des Weyher Rathauses und der Ganztagsgrundschule Kirchweyhe ist dies bereits erfolgt. Erst in diesem Jahr wurden die finanziellen Mittel dann noch einmal deutlich angehoben – auf 400.000 Euro pro Haushaltsjahr. „Damit können wir jetzt richtig Tempo machen bei der Weyher Photovoltaik-Offensive. Die Fortschritte sind inzwischen auch unverkennbar“, so Bürgermeister Frank Seidel.